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Vorschrift
Normgeber:Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Aktenzeichen:2 7/5852
Erlassdatum:13.06.2017
Fassung vom:13.06.2017
Gültig ab:01.08.2017
Gültig bis:30.06.2022
Quelle:juris Logo
Gliederungs-Nr:2237-3
Fundstelle:ThürStAnz 2017, 996
Sicherheit im Schulsport

2237



Sicherheit im Schulsport



Verwaltungsvorschrift des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport

vom 13. Juni 2017, Az.: 2 7/5852





Fundstelle: ThürStAnz 2017, S. 996





Erster Teil - Grundsätze für die Sicherheit im Schulsport



1.
Für den Sportunterricht ist die ordnungsgemäße Erfüllung der Aufsichtspflicht wegen der hierbei auftretenden Gefahren von besonderer Bedeutung. Die Sportlehrkraft1 entscheidet auf Grund ihrer fachlichen Kompetenz und unter Beachtung der allgemeinen Sorgfaltspflicht, ob und in welchem Umfang Hilfen und Sicherheitsmaßnahmen notwendig sind.
Sportarten mit besonderen Risiken (vgl. Zweiter Teil Nr. 2) erfordern von der Lehrkraft entsprechende Qualifikationen für das Unterrichten oder das Leiten von Maßnahmen (Skikurse, Wasserwanderungen u.a.).
Werden Schulprojekte/-veranstaltungen, für die die schriftliche Einwilligung der Eltern unbedingt vorliegen muss, von schulfremden fachlich qualifizierten Personen geführt, verbleibt die Verantwortung (Weisung und Leitungsbefugnis) bei der leitenden Lehrkraft.


2.
Die Sportlehrkraft hat die Sportstätte als erste zu betreten und als letzte zu verlassen.


3.
Sportgeräte und Übungsstätten sind vor ihrer Benutzung von der Sportlehrkraft jeweils auf ihre Betriebssicherheit zu prüfen. Nicht betriebssichere Geräte und Übungsstätten dürfen nicht genutzt werden. Mängel sind unverzüglich dem Schulleiter1 zu melden. Die Sportgeräte sind nur bestimmungsgemäß zu nutzen und entsprechend der Hallenordnung so abzustellen, dass im Sportunterricht keine Gefährdungen für die Schüler1 entstehen.


4.
Die Sportlehrkraft hat sich vor Beginn des Unterrichts davon zu überzeugen, dass die Erste-Hilfe-Einrichtungen einsatzbereit sind. Bei Schülerunfällen ist die Lehrkraft verpflichtet, unverzüglich Erste Hilfe zu leisten und, soweit erforderlich, ärztliche Hilfe zu veranlassen.


5.
Lehrkräfte und Schüler haben während des Sportunterrichts sportgerechte Kleidung zu tragen. Um Verletzungen vorzubeugen, sind Uhren und Schmuckgegenstände, einschließlich Ohrstecker, Piercing, während des Sportunterrichts nach Vorgabe der jeweiligen Fachschaft abzulegen, soweit von ihnen Gefahren für den Schüler selbst oder andere Schüler ausgehen können. Lange Haare bzw. Haare, die das Sichtfeld einschränken, sind zu fixieren. Im Weigerungsfall entscheidet die Sportlehrkraft über die Teilnahme des Schülers an der jeweiligen Übung. Bei unfallbedingten Verletzungen, die durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht wurden, kann die Unfallkasse Thüringen im Einzelfall den Unfallverursacher in Regress nehmen.


6.
Bei Brillenträgern kann die Gefahr von Augenverletzungen und anderen Schnittverletzungen sowie einer Beschädigung der Brille durch das Tragen einer Sportbrille mit bruchsicheren Spezialgläsern verringert werden. Die Schule soll die Eltern auf das Tragen einer Sportbrille im Sportunterricht hinweisen. Über die Teilnahme eines Schülers mit Sehschwäche und die Einzelheiten der Teilnahme (mit / ohne Brille) entscheidet die Sportlehrkraft unter Berücksichtigung der Risiken der einzelnen Übungen.


7.
Sportunterricht im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts muss von der Schule, den Lehrkräften und allen Beteiligten so organisiert werden, dass ein optimaler Unterricht sowie gleichzeitig eine Förderung und Forderung aller Schüler gewährleistet ist.


Zur Gewährung der Sicherheit aller Schüler und Lehrer wird die Anwendung der Verwaltungsvorschrift auch für alle Thüringer Schulen in freier Trägerschaft empfohlen.





Zweiter Teil – Einzelregelungen



1.


1.1


1.1.1



Der Anfangsschwimmunterricht ist in der Doppeljahrgangsstufe 3/4 verbindlich und bis zum Ende der Klassenstufe 4 abzuschließen. Schüler, die ein ärztliches Zeugnis vorweisen, das sie vom Schwimmen befreit, nehmen nicht am Schulschwimmen teil, sondern gemäß § 6 Absatz1 Satz 3 Thüringer Schulordnung an anderem Unterricht.



Zu Beginn des Schuljahres sind die Eltern durch den betreffenden Klassenlehrer über die Durchführung der Schwimmausbildung in Kenntnis zu setzen. Die Eltern bestätigen in schriftlicher Form, dass keine gesundheitlichen Bedenken gegen die Teilnahme ihres Kindes am Schwimmunterricht bestehen bzw. sie über alle für den Schwimmunterricht relevanten Beeinträchtigungen ihres Kindes Auskunft gegeben haben.

Der Schwimmunterricht erfolgt in der Regel ganzjährig. Unter Beachtung der örtlichen Gegebenheiten ist die Erteilung des Schwimmunterrichts epochal möglich.

Der Schwimmunterricht sollte in den Klassenstufen 5 bis 12 im alternativ-verbindlichen Lernbereich weitergeführt werden.

Zu Beginn jedes Schulhalbjahres sind alle Schüler über das Verhalten in der Schwimmstätte und ihre Besonderheiten sowie über die geltenden Baderegeln aktenkundig zu belehren. Dazu gehört auch die Belehrung zum Ablegen von Schmuck (siehe „Grundsätze für die Sicherheit im Schulsport“).



1.1.2



Die Aufsichtspflicht der Lehrkraft erstreckt sich über die gesamte Aufenthaltszeit der Schüler in der Schwimmstätte.

Die Lehrkraft hat den Bereich der Schwimmausbildung als erste zu betreten und als letzte zu verlassen. Vor jedem Betreten der Schwimmstätte sowie unmittelbar nach Beendigung des jeweiligen Schwimmunterrichts ist die Anwesenheit der Schüler festzustellen.

Zur Sicherung der Aufsicht und zur Gewährleistung eventuell notwendiger Rettungsaktionen ist die ständige Anwesenheit der den Schwimmunterricht erteilenden Lehrkräfte im Schwimmbeckenbereich erforderlich. Dabei müssen sie ihren Standort so wählen, dass sie alle, insbesondere die im Wasser befindlichen Schüler ihrer Schwimmgruppe, beobachten können.

Die Schüler sind über die besonderen Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen beim Schwimmunterricht zu belehren.

Kopf- und Startsprünge in Becken mit weniger als 1,35 m Wassertiefe sind verboten.

Bei allen Sprüngen ins Wasser darf erst gesprungen werden, wenn die Wasserfläche im Sprungbereich frei ist.

Lehrkräfte müssen Schwimmkleidung oder andere für den Schwimmunterricht geeignete Kleidung tragen, die eine sofortige Rettung von Schülern ermöglicht.



1.1.3



Bei der Schwimmausbildung im Anfangsunterricht dürfen von einer Lehrkraft höchstens 15 Schüler gleichzeitig unterrichtet werden. Wird diese Messzahl überschritten, ist zusätzlich die Anwesenheit einer weiteren Schwimmlehrkraft für die Schwimmgruppe erforderlich.

Im Schwimmunterricht der Förderschule bzw. im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts ist ggf. über den Einsatz weiterer Lehrkräfte/weiterer Sonderpädagogischer Fachkräfte die Teilnahme von Schülern entsprechend ihrem sonderpädagogischen Förderbedarf zu gewährleisten. Sonderpädagogische Fachkräfte dürfen dabei nur als Aufsichtskräfte zum Einsatz kommen, die Leitung des Schwimmunterrichts obliegt ausschließlich der Schwimmlehrkraft.



1.1.4



Der Schwimmunterricht ist nur in öffentlichen Schwimmbädern durchzuführen. Der von der Schule genutzte Beckenteil muss vom öffentlichen Badebetrieb abgetrennt sein (z.B. Schwimmleine).

Lehrkräfte müssen mit den Sicherheits- und Rettungsvorkehrungen sowie den gültigen Bestimmungen der jeweiligen Schwimmstätte vertraut sein und sich von der Einsetzbarkeit der Rettungsgegenstände sowie der Materialien der Ersten Hilfe vor jeder Unterrichtsstunde überzeugen.

Die Zeitdauer einer Übungseinheit ist entsprechend der Wasser- und Lufttemperatur sowie unter Berücksichtigung der speziellen Alters- und Entwicklungsbesonderheiten der Schüler festzulegen.



1.2


Voraussetzungen für den Einsatz als Lehrkraft im Schwimmunterricht sind:



der Nachweis einer Lehrbefähigung für das Fach Sport,


der Nachweis der Rettungsfähigkeit (mindestens das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen DRSA in Bronze),


der Teilnehmernachweis über eine Fortbildung im Auftrag des für Schulwesen zuständigen Ministeriums zur Auffrischung der Rettungsfähigkeit, der nicht älter als drei Jahre sein darf.


Rettungsfähigkeit umfasst Grundkenntnisse der Ersten Hilfe, der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW), des Rettungsverhaltens im und am Wasser, Methodik des Schwimm-Anfangsunterrichts einschließlich alters- und verhaltenstypischer Besonderheiten sowie Sicherheitsbestimmungen im Schulschwimmen. Schwimmunterricht darf nicht von Lehrkräften mit zeitlich befristeter Unterrichtsbeauftragung für das Fach Sport durchgeführt werden.

Die Bestätigung als Lehrkraft für den Schwimmunterricht erfolgt für den Zeitraum der Gültigkeit des Nachweises zur Auffrischung der Rettungsfähigkeit durch das zuständige Staatliche Schulamt.



1.3


Bei Schulveranstaltungen (Schülerfahrten, Schullandheimaufenthalten usw.), bei denen Schülern Gelegenheit zum Schwimmen und Baden in öffentlichen Schwimmbädern und an öffentlich bewachten Badestränden gegeben wird, muss die schriftliche Einwilligung der Eltern vorliegen. Die Klasse muss vor Beginn der Schulveranstaltung im öffentlichen Schwimmbad bzw. am Badestrand angemeldet sein.

Die begleitende Lehrkraft, die nicht über eine Rettungsfähigkeit verfügen muss, behält auch dann die Verantwortung über die Aufsicht der Schüler, wenn in öffentlichen Schwimmbädern bzw. am Badestrand ein geprüfter Schwimmmeister, Facharbeiter für Bäderwirtschaft (Schwimmmeistergehilfe) oder der diensthabende Leiter (mindestens Rettungsschwimmer DRSA Silber) den Badebetrieb überwacht. Schwimmen und Baden außerhalb bewachter Gewässer ist verboten.



2.


2.1


Eingesetzt werden können Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung Sport, die über die jeweiligen sportartspezifischen Kompetenzen verfügen, die sie



während der Ausbildung an einer Hochschule/Universität im entsprechenden Wahlfach/Spezialfach oder


mit einer entsprechenden Qualifikation in einer Fortbildungsmaßnahme des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) oder in einer vom ThILLM anerkannten Aus- bzw. Fortbildungsmaßnahme


erworben haben und nachweisen können (Zertifikat, z.B. Schulskileiterschein) oder Lehrkräfte mit einer Übungsleiter-/Trainerlizenz (z.B. Skilehrer Level 1-4) im entsprechenden Sportfachverband des DOSB bzw. angelehnt an die Richtlinien des DOSB.

Diese Regelungen gelten für alle unter Punkt 2.3 – 2.8 aufgeführten Sportarten.



2.2


Die unter Punkt 2.3 bis 2.8 aufgeführten Sportarten können in Übereinstimmung mit den gültigen Lehrplänen Sport regulärer Bestandteil des Sportunterrichts sein, aber auch in epochalen Formen als Sport-/Schulprojekte bzw. im Rahmen von Wandertagen und Klassenfahrten durchgeführt werden. Werden diese Sportarten als Wandertage und Klassenfahrten durchgeführt, muss/müssen neben der begleitenden Lehrkraft, die nicht über die jeweiligen sportlichen Befähigungen verfügen muss, entsprechend dem Personenschlüssel ein oder mehrere qualifizierte Lehrkräfte (Zertifikat) die Gruppe/Klasse begleiten. Die begleitende Lehrkraft behält die Verantwortung über die Aufsicht der Schüler.

Die Verwaltungsvorschrift für die Durchführung von Wandertagen und Klassenfahrten vom 22. Juni 2016 sowie die dazugehörigen Hinweise (FAQ) in der jeweils gültigen Fassung sind zu beachten.



2.3


Beim Unterrichten der Zweikampfsportarten Judo und Ringen müssen verbindliche Regeln zur Beendigung von Kampfformen und Aktionen mit den Schülern entwickelt werden (z.B. Stopp-Regel).

Bei der Durchführung des Unterrichts ist darauf zu achten, dass sich Übungsräume der kämpfenden Schüler nicht überschneiden (ausreichender Sicherheitsabstand).

Würgetechniken sind nicht statthaft. Das Tragen von Brillen ist unzulässig.



2.4


Wegen der besonderen Risiken eines Ski- oder Snowboardlehrgangs in alpinen Gebieten und der sich daraus ergebenden Verantwortung der Lehrkräfte kann die Leitung eines solchen Lehrganges nur übernehmen, wer hierfür die notwendige Qualifikation nach Punkt 2.1 erworben hat, insbesondere mit den didaktisch-methodischen Fragen nachweislich vertraut ist und mindestens über grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Skilauf, Ski alpin bzw. Snowboarden verfügt. Entsprechend dem Lehrgangsangebot ist das dafür notwendige Zertifikat (für Skilanglauf, Ski alpin und/oder Snowboard) nachzuweisen.

Eine dem Kenntnisstand der Schüler entsprechende differenzierte Unterweisung auf der Grundlage der Lehrpläne Sport ist aus Sicherheitsgründen vorzunehmen.

Die Gruppenstärke beträgt bei den Anfängern im Skilanglauf und beim Eislaufen maximal 15, bei Ski alpin und beim Snowboarden 12 Schüler.

Es ist nicht gestattet, Teilnehmer an Schulskikursen unbeaufsichtigt fahren zu lassen.

Beim alpinen Skifahren und Snowboarden besteht für Lehrkräfte und Schüler Helmpflicht.

Das Tragen von Handschuhen und Helm ist beim Eislaufen und Rodeln Pflicht. Beim Rodeln darf nicht mit Visier, Krallen und Streckern gefahren werden.

Die schriftliche Einwilligung der Eltern ist vor Beginn der Maßnahme einzuholen.



2.5


Die Sportarten Inlineskating sowie Skateboarding stellen wegen der Risiken besondere Anforderungen an die unterrichtende Lehrkraft. Sie muss über spezifische methodische, sicherheitstechnische und verkehrserzieherische Kenntnisse verfügen.

Die praktische Ausbildung setzt das Tragen der vollständigen Schutz- und Sicherheitsausrüstung für Lehrkraft und Schüler voraus (Knie-, Hand- und Ellenbogenschoner sowie Sturzhelm).

Wird Inlineskating in der Sporthalle durchgeführt, ist die Zustimmung des Sachaufwandsträgers erforderlich. Die Benutzung der Fahrbahnen und Radwege ist Skatern grundsätzlich untersagt (§ 24 Absatz 1, § 25 StVO).

Beim Skateboarding dürfen nur Skateboards benutzt werden, bei denen die Bremsblöcke nicht entfernt wurden. Als Schutzhelme sind spezielle Skateboardhelme sowie runde Fahrradhelme zulässig.



2.6


Wassersportarten (Kanu, Rudern, Segeln, Surfen) stellen wegen der Risiken besondere Anforderungen an die unterrichtende Lehrkraft. Sie muss über spezifische methodische, sicherheitstechnische und verkehrserzieherische Kenntnisse und zwingend über den Nachweis der aktuellen Rettungsfähigkeit verfügen.

Für das Leiten von Wasserwanderungen (Kanu/Rudern) auf fließenden/stehenden Binnengewässern ist qualifiziert, wer eine entsprechende Qualifikation bzw. Kompetenzen nachweist und über die aktuelle Rettungsfähigkeit verfügt.

Alle teilnehmenden Schüler müssen vor Beginn der Wasserwanderung die Schwimmfähigkeit nachweisen, d.h. mindestens das Deutsche Jugendschwimmabzeichen Bronze besitzen oder 15 min. ausdauernd schwimmen können. Auf dem Wasser ist das Tragen der Schwimmweste für alle Teilnehmer Pflicht. Bei Kanufahrten im Wildwasser ist das Tragen eines Kopfschutzes erforderlich.

Zur Aufsicht eingesetzte begleitende Personen müssen ebenfalls den Nachweis der Rettungsfähigkeit, mindestens das deutsche Rettungsschwimmabzeichen DRSA in Bronze, besitzen.

Die von einer aufsichtführenden Person beaufsichtigte Schülergruppe darf nicht mehr als 12 Schüler umfassen. Wasserwanderungen sind vorrangig in einheimischen Gewässern durchzuführen.

Die schriftliche Einwilligung der Eltern ist vor Beginn der Maßnahme einzuholen.



2.7


Aufgrund der besonderen Risiken beim Sportklettern (an der künstlichen Kletterwand und freies Klettern im Mittelgebirge) bzw. bei Gebirgswanderungen muss die Lehrkraft über spezielle Kenntnisse des Sicherns und Helfens beim Klettern sowie über sicherheitstechnische Kenntnisse verfügen.

Die Gruppengröße beim Sportklettern darf maximal 12 Schüler betragen.

Beim Sportklettern (Felsklettern) ist das Tragen eines Steinschlagschutzhelmes erforderlich. Außerdem ist das Tragen von festem und geeignetem Schuhwerk beim Sportklettern/Wandern und Gebirgswandern Pflicht. Bei Gebirgswanderungen in unbekannten Gebieten sind ausgebildete, erfahrene und ortskundige Fachkräfte hinzuzuziehen.

Die schriftliche Einwilligung der Eltern ist vor Beginn der Maßnahme einzuholen.



2.8.


Das Springen mit dem Mini - Trampolin stellt wegen der Risiken besondere Anforderungen an die unterrichtende Sportlehrkraft. Sie muss über Grundkenntnisse der Methodik des Mini-Trampolin-Springens, über sicherheitstechnische Kenntnisse zur Verhütung von Unfällen und über Grundfertigkeiten beim Sichern und Helfen während des Einsatzes eines Mini-Trampolins verfügen.

Die Sprungausbildung am Mini-Trampolin soll erst dann einsetzen, wenn die Schüler die allgemeine Sprungschulung im vorangegangenen Sportunterricht durchlaufen haben und sich die notwendigen Erfahrungen für Absprung-, Stütz-, Flug- und Landephase angeeignet haben.

Als Aufsprungflächen sind Weichbodenmatten mit Niedersprungauflage zu verwenden, die ein zu tiefes Einsinken in die Matte verhindern, die Standsicherheit erhöhen und damit mögliche Drehbrüche bzw. Verstauchungen an Gelenken vermeiden helfen.

Hilfeleistung und Sicherheitsstellung sind auch bei einfachen Sprüngen fachgerecht zu gewährleisten.



Das Springen mit dem Großtrampolin ist im Sportunterricht nur zu therapeutischen Zwecken im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts bzw. im Sportunterricht der Förderschulen gestattet. Innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft Sport darf das Großtrampolin unter Beachtung der geltenden sicherheitsrelevanten Vorschriften verwendet werden.

Beim Einsatz eines Großtrampolins ist generell die dafür notwendige zusätzliche Qualifikation der Sportlehrkraft (Zertifikat) notwendig.





Dritter Teil - Zusätzliche Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote



1.


Sportförderunterricht umfasst Fördermaßnahmen für Schüler mit Hal-tungs-, Organleistungs- und Koordinationsschwächen sowie für wenig motivierte, leistungsschwache oder bewegungsgehemmte Kinder und Jugendliche.

Unter anderem ist es Ziel dieses Unterrichts, über die Erweiterung der sportlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten auch zum Abbau von eventuell vorhandenen sozialen Randstellungen und somit zu einer ausgeglichenen psychischen und sozialen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen beizutragen.

Im Sportförderunterricht werden keine Leistungsnachweise verlangt; Benotungen entfallen.



1.1


Die Teilnahme am Sportförderunterricht ist freiwillig. Vor Aufnahme in den Sportförderunterricht ist die schriftliche Einwilligung der Eltern einzuholen.

Die Aufnahme in den Sportförderunterricht sollte in der Regel zu Beginn eines Schulhalbjahres erfolgen.

Eltern können ihr Kind für den Sportförderunterricht vorschlagen. Die Teilnahme am Sportförderunterricht kann auch auf Empfehlung des Arztes erfolgen. Das Vorschlagsrecht haben auch Lehrkräfte, die Haltungsschwächen oder Organleistungs- bzw. Koordinationsschwächen bei den Schülern feststellen. Das gilt vor allem für die Sportlehrkräfte.

Die Entscheidung über die Teilnahme am Sportförderunterricht trifft der Schulleiter mit der Sportlehrkraft.



1.2


An Grund-, Regel-, Förder-, Gemeinschafts- und Gesamtschulen sowie an Gymnasien können über den in den Stundentafeln ausgewiesenen Sportunterricht hinaus bis zu zwei Wochenstunden Sportförderunterricht eingerichtet werden. Für den Sportförderunterricht können die Ergänzungsstunden laut Stundentafeln oder freiwillige Unterrichtsangebote im Rahmen der zur Verfügung stehenden Stundenkontingente genutzt werden.



1.3


Bei der Einrichtung des Sportförderunterrichts ist in der Regel von einer Teilnahme von mindestens acht Schülern, bei Förderschulen von mindestens sechs Schülern, auszugehen. Eine Gruppe soll in der Regel nicht mehr als 15 Schüler umfassen. Der Sportförderunterricht kann klassenstufen- und schulübergreifend erteilt werden.



2.


Für die Leitung von Arbeitsgemeinschaften Sport und/oder Kooperationsmaßnahmen „Schule-Sportverein“ kann der Schulleiter neben den Sportlehrkräften auch Lehrkräfte der Schule oder andere volljährige Personen beauftragen. Voraussetzung für deren Einsatz als Leiter ist eine gültige Übungsleiterlizenz für die jeweilige Sportart.

Die Vergabe von Lehrerwochenstunden ist nur für Lehrkräfte möglich.

Schüler über 16 Jahre, die eine Übungsleiterlizenz erworben haben, können vom Leiter im Übungs- und Trainingsverlauf mit Teilaufgaben betraut werden. Die Leitung und Verantwortung verbleibt jedoch bei der durch den Schulleiter beauftragten Person.



3.


Beim Radwandern müssen die teilnehmenden Schüler und Lehrkräfte über ein verkehrssicheres Fahrrad verfügen und geschlossenes Schuhwerk tragen. Es besteht Helmpflicht für alle Beteiligten.

Für Schülergruppen mit mehr als 12 Schülern sind mindestens zwei Begleitpersonen erforderlich.

Die schriftliche Einwilligung der Eltern ist vor Beginn der Maßnahme einzuholen.





Vierter Teil - In-Kraft-Treten, Außer-Kraft-Treten



Diese Verwaltungsvorschrift tritt am Tage nach der Veröffentlichung im Thüringer Staatsanzeiger in Kraft und mit Ablauf des 30. Juni 2022 außer Kraft.

Gleichzeitig mit dem In-Kraft-Treten tritt die Verwaltungsvorschrift vom 13. Dezember 2013 (ABl. TMBWK 02/14 S. 1) außer Kraft.



Erfurt, den 13. Juni 2017





Gabi Ohler
Staatssekretärin





 


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