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Vorschrift
Normgeber:Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
Aktenzeichen:3 4/5004-17
Erlassdatum:15.03.2016
Fassung vom:15.03.2016
Gültig ab:29.04.2016
Gültig bis:31.12.2021
Quelle:juris Logo
Gliederungs-Nr:22354-2
Norm:§ 32 ThürLbG
Fundstelle:ABl. TMBJS 2016, 114
Weiterbildung zum Erwerb einer Unterrichtserlaubnis

22354



Weiterbildung zum Erwerb einer Unterrichtserlaubnis



Verwaltungsvorschrift des TMBJS vom 15. März 2016, Az.: 3 4/5004-17



Fundstelle: ABl. TMBJS 2016, S. 114





1.


Weiterbildungsmaßnahmen zum Erwerb einer Unterrichtserlaubnis dienen dazu, eine ordnungsgemäße Unterrichtserteilung durch im staatlichen Schuldienst beschäftigte Lehrer in Fächern oder Fachrichtungen einer bestimmten Schulart zu ermöglichen, für die sie keine Lehrbefähigung besitzen. Sie ersetzen nicht die durch Staatsprüfungen zu erwerbenden Lehrbefähigungen und Lehramtsbefähigungen. Die Unterrichtserlaubnis wird schulartbezogen und unbefristet erteilt. Sie kann auf bestimmte Klassenstufen einer Schulart beschränkt werden. Die Unterrichtserlaubnis begründet keinen Anspruch auf Erteilung von Unterricht in dem betreffenden Fach oder der betreffenden Fachrichtung einer Schulart und hat keine status- oder besoldungsrechtliche Relevanz.





2.


Die Weiterbildung zum Erwerb einer Unterrichtserlaubnis umfasst die erfolgreiche Teilnahme an einem vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) organisierten Lehrgang und dem Bestehen einer Lehrprobe von in der Regel 45 Minuten mit einem anschließenden Prüfungsgespräch von 30 Minuten Dauer.





3.


3.1


Das für das Schulwesen zuständige Ministerium bestimmt im Benehmen mit dem ThILLM die Fächer oder Fachrichtungen sowie die Schulart und Klassenstufen, für die entsprechende Lehrgänge durchgeführt werden sowie deren Inhalt und Umfang. Das ThILLM sorgt für die Bekanntgabe dieser Festlegungen und die Organisation der Lehrgänge.



3.2


3.2.1


Voraussetzung für die Zulassung zu einem entsprechenden Lehrgang ist, dass der Antragsteller unbefristet als Lehrer im staatlichen Schuldienst beschäftigt ist. Darunter versteht man, dass der Antragsteller über eine durch Zeugnis nachgewiesene Ausbildung als Lehrer verfügt, als Lehrer an einer staatlichen Schule tätig und in eine entsprechende Planstelle als Lehrer eingewiesen ist. Das ThILLM kann im Benehmen mit dem für das Schulwesen zuständigen Ministerium für die Zulassung zu den einzelnen Lehrgängen weitere zusätzliche Voraussetzungen festlegen; Textziffer 3.1 Satz 2 gilt entsprechend. Einer Lehrkraft, die an Schulen in freier Trägerschaft in Thüringen als Lehrer tätig ist, kann durch das ThILLM die Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang gestattet werden; die Teilnahme an einem entsprechenden Lehrgang begründet für Lehrer, die an Schulen in freier Trägerschaft tätig sind, keinen Anspruch auf das Ablegen einer Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch und den Erwerb einer Unterrichtserlaubnis.



3.2.2


Die für die einzelnen Lehrgänge zur Verfügung stehenden Plätze können durch das ThILLM auf die einzelnen Schulamtsbereiche aufgeteilt werden. Lehrer, die an einem Lehrgang zum Erwerb einer Unterrichtserlaubnis teilnehmen wollen, haben innerhalb einer vom ThILLM festgelegten und bekanntgegebenen Frist einen Zulassungsantrag beim Schulleiter ihrer Schule einzureichen. Dem Antrag ist eine amtlich beglaubigte Kopie der Zeugnisse und gegebenenfalls der Bescheinigungen beizufügen, aus der sich die Qualifikation als Lehrer ergibt, soweit sich derartige Nachweise nicht bereits aus den Personalunterlaghen der Antragsteller im zuständigen Schulamt ergeben. Das ThILLM kann bestimmen, dass dem Antrag weitere Unterlagen (z. B. vorläufige kirchliche Unterrichtserlaubnis) beizufügen sind. Es sind die hierfür vom ThILLM herausgegebenen Formulare zu verwenden. Der Schulleiter hat den Antrag mit einer Stellungnahme innerhalb einer vom ThILLM festgelegten und bekanntgegebenen Frist an das zuständige Staatliche Schulamt weiterzuleiten. Das zuständige Staatliche Schulamt prüft, ob der Antrag fristgerecht und vollständig eingereicht wurde, ob die Zulassungsvoraussetzungen nach Textziffer 3.2.1 erfüllt sind und ob eine Wiederholung vorliegt, die nach Textziffer 3.3 ausgeschlossen ist. In Anwendung der Dienstvereinbarung über die Fort- und Weiterbildung von Lehrern, Erziehern und Sonderpädagogischen Fachkräften entscheidet das Schulamt über die Auswahl der Antragsteller nach Eignung, sofern die zur Verfügung stehenden Plätze nicht ausreichen. Die Bestimmungen nach dem Thüringer Personalvertretungsgesetz (ThürPersVG) in der jeweils geltenden Fassung sind dabei zu beachten. Über die Zulassung zum Lehrgang erteilt das Staatliche Schulamt einen schriftlichen Bescheid. Das ThILLM wird über die Zulassung informiert.



3.2.3


a) Die Zulassung zu einem Lehrgang ist zu versagen, wenn



-
die Voraussetzungen nach Textziffer 3.2.1 nicht vorliegen,


-
der Zulassungsantrag nicht vollständig und fristgerecht eingereicht wurde,


-
der Antrag aus Kapazitätsgründen nicht berücksichtigt werden kann oder


-
eine Wiederholung nach Textziffer 3.3 ausgeschlossen ist.


b) Der Antragsteller erhält bei Versagung der Zulassung einen mit Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung versehenen schriftlichen Bescheid des Staatlichen Schulamts.



3.3


Der Lehrgang wird mit einer Leistungsfeststellung, vorzugsweise einem Kolloquium, abgeschlossen. Damit wird die erfolgreiche Teilnahme des Lehrers am Lehrgang nachgewiesen. Das Kolloquium oder die andere Form der Leistungsfeststellung kann einmal wiederholt werden. Die Einzelheiten, insbesondere die Dauer und Form der Leistungsfeststellung, werden vom ThILLM festgelegt und den teilnehmenden Lehrern rechtzeitig bekanntgegeben. Hat der Lehrer erfolgreich an dem Lehrgang teilgenommen, so erhält er vom ThILLM eine Bescheinigung. Hat der Lehrer ohne Erfolg an dem Lehrgang teilgenommen, so erhält er einen mit einer Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung versehenen schriftlichen Bescheid des ThILLM. Die wiederholte Teilnahme an einem Lehrgang mit denselben inhaltlichen Festlegungen nach Textziffer 3.1 ist ausgeschlossen.



3.4.


Die erfolgreiche Teilnahme von Lehrern an anderen Weiterbildungsmaßnahmen, Lehrgängen oder Ausbildungen kann auf Antrag durch das ThILLM einer erfolgreichen Teilnahme an einem Lehrgang nach Textziffer 3.3 gleichgestellt werden. Im Falle einer Gleichstellung erteilt das ThILLM eine Bescheinigung. Wird die Gleichstellung versagt, so erhält der Antragsteller einen vom ThILLM mit Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung versehenen schriftlichen Bescheid.





4.


a) Nach erfolgreicher Teilnahme an einem Lehrgang nach Textziffer 3 hat der im Staatlichen Schuldienst beschäftigte Lehrer eine Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch abzulegen. Die Lehrprobe und das Prüfungsgespräch haben den Sinn, den Stand der fachlichen Ausbildung des Lehrers und dessen Fähigkeit zur didaktisch-methodischen sowie pädagogischen Umsetzung im Unterricht festzustellen. Die Lehrprobe mit Prüfungsgespräch wird durch ein vom für das Schulwesen zuständigen Ministerium bestimmtes Studienseminar organisiert. Studienseminar im Sinne dieser Bestimmung sind auch Seminarschulen und Seminarschulverbünde. Der Lehrer meldet sich dafür unter Vorlage der Bescheinigung nach Textziffer 3.3 oder 3.4 und einer amtlich beglaubigten Kopie der vom zuständigen Staatlichen Schulamt erteilten schriftlichen Zulassung nach Textziffer 3.2.2 bei dem Studienseminar an. Unter Beachtung der Bestimmungen nach Textziffer 3.1 legt dieses Studienseminar im Einvernehmen mit dem Lehrer und dem zuständigen Staatlichen Schulamt die Schule, die Klasse und den Termin der Lehrprobe fest. Als Schule, in der die Lehrprobe stattfindet, wird in der Regel die Einsatzschule festgelegt. Die schriftliche Vorbereitung für die Lehrprobe ist vor Beginn der Lehrprobe beim Vorsitzenden der Prüfungskommission abzugeben. Hat der Lehrer keine schriftliche Vorbereitung für die Lehrprobe angefertigt oder diese verspätet eingereicht, so gilt die Lehrprobe als nicht bestanden. Die Lehrprobe und das Prüfungsgespräch werden vor einer vom Leiter des Staatlichen Studienseminars bestimmten Prüfungskommission abgelegt. Diese besteht aus drei Mitgliedern. Der Vorsitzende der Prüfungskommission wird auf Vorschlag des Leiters des Staatlichen Schulamts, in dessen Zuständigkeitsbereich die Lehrprobe stattfindet, vom Seminarleiter berufen. Vorsitzender der Prüfungskommission kann der Schulamtsleiter, der stellvertretende Schulamtsleiter oderein für die Schulart, in der die Lehrprobe stattfindet, zuständiger Referent des Schulamts sein. Weitere Mitglieder der Prüfungskommission sind der Schulleiter der Schule sowie ein Fachleiter der jeweiligen Schulart mit Fachwissen zum jeweiligen Prüfungsfach. Ist ein Mitglied der Prüfungskommission aus wichtigem Grund an der Wahrnehmung des Termins der Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch verhindert, so bestimmt der Seminarleiter einen geeigneten Vertreter. Die Prüfungskommission berät und beschließt in nichtöffentlicher Sitzung. Sie ist beschlussfähig, wenn alle Mitglieder anwesend sind. Zu den Lehrproben in den Fächern Evangelische Religionslehre und Katholische Religionslehre wird ein Vertreter der zuständigen Kirchenbehörde, der mit beratender Stimme an der Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch teilnimmt, vom Seminarleiter eingeladen. Beschlüsse werden mit Stimmenmehrheit gefasst. Die Prüfungskommission bewertet die Lehrprobe mit dem anschließenden Prüfungsgespräch mit "bestanden" oder "nicht bestanden" und gibt im Anschluss daran das Ergebnis dem Lehrer bekannt. Über den Verlauf der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen, die von allen Mitgliedern der Prüfungskommission zu unterzeichnen ist. In die Niederschrift sind die Namen der Mitglieder der Prüfungskommission, und des geprüften Lehrers, Beginn und Ende der Lehrprobe und des Prüfungsgesprächs sowie die wesentlichen Gegenstände der Lehrprobe und des Prüfungsgesprächs aufzunehmen. Über die Lehrprobe mit Prüfungsgespräch erhält der Lehrer eine Bescheinigung des Studienseminars, in der das Ergebnis vermerkt wird. Hat der Lehrer die Lehrprobe mit Prüfungsgespräch nicht bestanden oder gilt die Lehrprobe als nicht bestanden, so erhält der Lehrer darüber einen mit Begründung und Rechtsbehelfsbelehrung versehenen schriftlichen Bescheid des Studienseminars. Die Lehrprobe mit Prüfungsgespräch kann einmal wiederholt werden.



b) Lehrkräfte, die an Schulen in freier Trägerschaft beschäftigt sind und die einen Lehrgang nach Ziffer 3.1 absolviert haben, legen keine Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch ab.





5.


Hat der Lehrer erfolgreich an einem Weiterbildungslehrgang teilgenommen sowie eine Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch bestanden, erteilt das ThILLM, vorbehaltlich der Regelung nach Satz 2 und 3, eine entsprechende staatliche Unterrichtserlaubnis. Lehrern, die erfolgreich einen Weiterbildungslehrgang und eine Lehrprobe mit anschließendem Prüfungsgespräch in den Fächern Evangelische Religionslehre oder Katholische Religionslehre abgelegt haben, wird erst bei Vorliegen einer entsprechenden kirchlichen Unterrichtserlaubnis (vocatio oder missio canonica) die staatliche Unterrichtserlaubnis erteilt. Lehrer, die eine Unterrichtserlaubnis erworben haben, sind nach Maßgabe des Angebots des ThILLM zur Teilnahme an weiteren Fortbildungsveranstaltungen verpflichtet. Der Antrag nach Textziffer 3.2.2 Satz 2 gilt als Antrag auf Erteilung einer Unterrichtserlaubnis. Die jeweiligen Bestimmungen der Thüringer Verordnung über die Ausbildung und Zweite Staatsprüfung für die Lehrämter über Unterbrechung der Prüfung, Rücktritt, Versäumnis einer Prüfungsleistung, Mängel im Prüfungsverfahren, Täuschungsversuch, Ordnungsverstoß und Einsicht in die Prüfungsakten finden entsprechende Anwendung.





6.


Status- und Funktionsbezeichnungen in diesem Gesetz gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.





7.


Diese Verwaltungsvorschrift tritt am Tag nach der Bekanntgabe im Amtsblatt des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport in Kraft und mit Ablauf des 31. Dezember 2021 außer Kraft.





Erfurt, den 15.03.2016





Gabi Ohler
Staatssekretärin



 


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